Liebe Kundinnen und Kunden,
mit Windows Server 2025 hat Microsoft die Sicherheitsanforderungen im Active Directory
verschärft: Domain Controller unter Windows Server 2025 geben vertrauliche Attribute –
darunter das BitLocker-Wiederherstellungspasswort (msFVE-RecoveryPassword) – nur noch
über verschlüsselte LDAP-Verbindungen zurück (siehe
Neuigkeiten in Windows Server 2025 | Microsoft Learn).
Ältere Betriebssysteme (Windows Server 2016/2019/2022) verschlüsseln LDAP-Verbindungen
als Client standardmäßig nicht. Läuft der neo42 Management Service (MMS) auf einem
solchen System und fragt einen Domain Controller unter Windows Server 2025 ab, bleibt
das Passwort-Attribut schlicht leer – die Abfrage schlägt nicht fehl und das Verhalten
ist daher leicht zu übersehen.
Wichtig: Es gehen keine Daten verloren. Die Wiederherstellungsschlüssel liegen
unverändert im Active Directory – lediglich das Auslesen über eine unverschlüsselte
Verbindung wird blockiert.
Wann funktioniert was?
| MMS-Server | Domain Controller | Status |
|---|---|---|
| Windows Server 2025 | beliebig | |
| Windows Server 2016/2019/2022 | bis Windows Server 2022 | |
| Windows Server 2016/2019/2022 | Windows Server 2025 |
Entscheidend ist allein das Betriebssystem des MMS-Servers, der die AD-Abfragen
durchführt – die verwalteten Clients spielen keine Rolle.
Ihre Möglichkeiten
-
MMS-Server auf Windows Server 2025 aktualisieren (unsere Empfehlung):
idealerweise vor oder zusammen mit der Anhebung Ihrer Domain Controller. Ab
Windows Server 2025 verschlüsselt das Betriebssystem LDAP-Verbindungen von sich
aus, das Auslesen funktioniert dann ohne weitere Maßnahmen. -
Auf ein zukünftiges MMS-Release warten: Wir planen eine Anpassung, mit der
der MMS die LDAP-Verschlüsselung selbst erzwingt – dann funktioniert das Auslesen
auch unter Windows Server 2016/2019/2022. Wir informieren Sie, sobald eine
entsprechende Version verfügbar ist; bis dahin empfehlen wir Weg 1. -
Anforderung auf dem Domain Controller temporär deaktivieren (nur zur
Information): Über das AttributdSHeuristicslässt sich die
Verschlüsselungsanforderung vorübergehend deaktivieren (siehe
Microsoft-Dokumentation).
Bitte beachten Sie: Die Einstellung wirkt gesamtstrukturweit (forest-weit),
betrifft alle vertraulichen Attribute (z. B. auch LAPS-Passwörter) und wird von
Microsoft ausdrücklich als nicht sicher eingestuft – wir sprechen hierfür keine
Empfehlung aus.
Hinweis zur Diagnose: Blockierte unverschlüsselte Zugriffe protokolliert der
Domain Controller im Ereignisprotokoll „Directory Service“ unter der
Ereignis-ID 3079 (Details in der
Microsoft-Dokumentation).
Bei Fragen wenden Sie sich gerne an neosupport@neo42.de.
Ihr neo42 Team